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Mord, Totschlag und Körperverletzung

Mord, Totschlag, Körperverletzung und Delikte gegen die körperliche Unversehrtheit – Ihre Rechte im Strafverfahren

Einleitung

Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit gehören zu den schwerwiegendsten Vorwürfen im deutschen Strafrecht. Ob Mord, Totschlag, Körperverletzung oder andere Delikte – die Konsequenzen für Beschuldigte sind oft gravierend: hohe Freiheitsstrafen, teilweise Untersuchungshaft und gesellschaftliche Stigmatisierung. Als Strafverteidiger in Kiel stehe ich, Philipp Marquort, gemeinsam mit meiner Kollegin Ronja Schulzke, Ihnen in solchen Situationen zur Seite.

Dieser Beitrag erklärt die rechtlichen Grundlagen von Mord (§ 211 StGB), Totschlag (§ 212 StGB), Körperverletzung (§§ 223 ff. StGB) sowie weiteren Delikten gegen die körperliche Unversehrtheit, beleuchtet ihre Unterschiede und zeigt, warum es entscheidend ist, sich sofort an die Rechtsanwaltskanzlei Marquort zu wenden, um Ihre Freiheit und Ihre Rechte zu schützen.

Mord (§ 211 StGB) – Die schwerste Form der Tötung

Definition und Merkmale

Mord ist die vorsätzliche Tötung eines anderen Menschen unter bestimmten qualifizierenden Umständen, den sogenannten Mordmerkmalen. Diese sind in § 211 StGB in drei Gruppen unterteilt:

  1. Besondere Beweggründe: Niedrige Beweggründe (z. B. Eifersucht, Rache), Tötung zur Ermöglichung einer Straftat oder zur Verdeckung einer Straftat.
  2. Art und Weise der Tatausführung: Heimtücke, Grausamkeit oder gemeingefährliche Mittel (z. B. Sprengstoff).
  3. Besondere Tötungsabsichten: Tötung zur Ermöglichung einer weiteren Straftat oder aus Habgier.

Mindestens eines dieser Merkmale muss erfüllt sein, damit eine Tötung als Mord qualifiziert wird. Die Strafe ist lebenslange Freiheitsstrafe – die höchste Strafe im deutschen Recht.

Beispiel: Ein Mann aus Kiel ersticht seine Ex-Partnerin aus Eifersucht, nachdem er sie über Wochen beobachtet hat, als sie Abends mit ihrem neuen Partner ihre Wohnung verlässt (niedrige Beweggründe und Heimtücke). Der Beschuldigte hatte sich im Dunkel der Nacht versteckt. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Mordes an. Der Fall zeigt, wie eng die Beurteilung der Mordmerkmale mit den Umständen der Tat verknüpft ist.

Abgrenzung zu anderen Delikten

Mord unterscheidet sich vom Totschlag durch die besonderen Mordmerkmale. Ohne diese bleibt es bei einer „einfachen“ vorsätzlichen Tötung (Totschlag).

 

Totschlag (§ 212 StGB) – Vorsätzliche Tötung ohne Mordmerkmale

Totschlag ist die vorsätzliche Tötung eines anderen Menschen, ohne dass ein Mordmerkmal vorliegt. Der Täter handelt mit Tötungsvorsatz, aber die Umstände der Tat erfüllen nicht die zusätzlichen Anforderungen des § 211 StGB. Die Strafe beträgt Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren, in minder schweren Fällen mindestens ein Jahr (§ 213 StGB).

Beispiel: In einer Kneipenschlägerei in Kiel schlägt ein Mann einen anderen so heftig, dass dieser stirbt. Es fehlen niedrige Beweggründe oder Heimtücke. Die Anklage lautet auf Totschlag. Hätte der Täter jedoch geplant gehandelt oder eine Waffe genutzt, könnte Mord in Betracht kommen.

Unterschiede zu Mord und Körperverletzung

Der Totschlag unterscheidet sich vom Mord durch das Fehlen der Mordmerkmale und von der Körperverletzung dadurch, dass der Tod des Opfers eintritt. Bei Körperverletzung bleibt das Opfer am Leben, auch wenn die Verletzung schwerwiegend sein kann.

 

Körperverletzung (§§ 223 ff. StGB) – Von einfacher bis tödlicher Verletzung

Die Körperverletzung umfasst eine Palette von Straftatbeständen, die je nach Schwere und Umständen unterschiedlich bestraft werden:

  • Einfache Körperverletzung (§ 223 StGB): Jede vorsätzliche Verletzung des Körpers oder der Gesundheit eines anderen (z. B. ein Faustschlag). Strafe: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.
  • Gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB): Körperverletzung mit gefährlichen Mitteln (z. B. Messer, Gift) oder in besonders schwerer Weise (z. B. durch Hinterhalt). Strafe: Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.
  • Schwere Körperverletzung (§ 226 StGB): Wenn die Tat zu dauerhaften Schäden führt (z. B. Verlust eines Organs, Blindheit). Strafe: Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren.
  • Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB): Wenn die Körperverletzung den Tod des Opfers verursacht, ohne dass Tötungsvorsatz bestand. Strafe: Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.

Beispiel: Ein Autofahrer in Kiel schlägt im Streit einen Fußgänger, der daraufhin stürzt und eine Gehirnerschütterung erleidet (§ 223 StGB). Nutzt er jedoch ein Messer und verletzt das Opfer schwer (§ 224 StGB), oder stirbt das Opfer an den Folgen (§ 227 StGB), verschärft sich die Strafe erheblich.

Unterschiede zu Mord und Totschlag

Während Mord und Totschlag den Tod des Opfers voraussetzen und Tötungsvorsatz erfordern, liegt bei der Körperverletzung der Fokus auf der Verletzungshandlung. Bei § 227 StGB tritt der Tod als Folge ein, aber ohne dass der Täter dies wollte – ein entscheidender Unterschied zum Totschlag.

 

Sonstige Delikte gegen die körperliche Unversehrtheit

Neben den „Klassikern“ Mord, Totschlag und Körperverletzung gibt es weitere Straftatbestände, die die körperliche Unversehrtheit schützen:

  • Beteiligung an einer Schlägerei (§ 231 StGB): Wer sich an einer Schlägerei beteiligt, bei der jemand verletzt wird, kann bestraft werden, auch ohne selbst zuzuschlagen. Strafe: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.
  • Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315b StGB): Wenn jemand durch Manipulation (z. B. am Fahrzeug) oder gefährliches Verhalten andere gefährdet. Strafe: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.
  • Vergiftung (§ 224 Abs. 1 Nr. 1 StGB): Als Unterfall der gefährlichen Körperverletzung, wenn Gift eingesetzt wird.
  • Fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB): Unvorsätzliche Verletzung durch Fahrlässigkeit (z. B. bei einem Verkehrsunfall). Strafe: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.
  • Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch

Beispiel

Ein Jugendlicher aus Kiel wirft während einer Schlägerei einen Stein, der einen Passanten trifft (§ 231 StGB). In einem anderen Fall fährt ein betrunkener Fahrer einen Radfahrer an und verletzt ihn schwer (§ 315b StGB oder § 229 StGB). Diese Delikte zeigen die Vielfalt der Tatbestände, die oft mit Mord, Totschlag oder Körperverletzung verknüpft sind.

Unterschiede

Diese Delikte unterscheiden sich von Mord und Totschlag durch das Fehlen des Tötungsvorsatzes und von der Körperverletzung durch spezifische Tatumstände (z. B. Schlägerei, Verkehr). Fahrlässige Taten grenzen sich durch den fehlenden Vorsatz ab.

Rechtliche und praktische Konsequenzen

Die genannten Straftaten haben eines gemeinsam: Sie führen oft zu Untersuchungshaft, insbesondere bei Mord, Totschlag oder schweren Körperverletzungen. Haftgründe wie Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr oder Wiederholungsgefahr (§§ 112, 112a StPO) kommen hier regelmäßig zum Tragen. Zudem drohen hohe Freiheitsstrafen, die das Leben der Beschuldigten nachhaltig verändern.

Beispiel aus der Praxis: Ein Mandant wurde in Kiel wegen gefährlicher Körperverletzung festgenommen, nachdem er in einer Auseinandersetzung ein Messer benutzt hatte. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haft wegen Wiederholungsgefahr, da er vorbestraft war. Wir konnten durch Haftprüfung (§ 117 StPO) und Nachweis stabiler sozialer Bindungen die Haft aufheben lassen.

Unterschiede im Überblick

  • Mord vs. Totschlag: Mord erfordert Mordmerkmale (z. B. Heimtücke), Totschlag nicht. Strafe: lebenslang vs. mindestens fünf Jahre.
  • Totschlag vs. Körperverletzung: Totschlag führt zum Tod mit Tötungsvorsatz, Körperverletzung nicht.
  • Körperverletzung vs. sonstige Delikte: Körperverletzung ist der Grundtatbestand, während z. B. § 231 StGB oder § 315b StGB spezifische Situationen regeln.
  • Vorsatz vs. Fahrlässigkeit: Mord, Totschlag und vorsätzliche Körperverletzung setzen Vorsatz voraus, fahrlässige Delikte nicht.

Warum schnelles Handeln entscheidend ist

Bei Vorwürfen wie Mord, Totschlag oder Körperverletzung zählt jede Stunde. Die Staatsanwaltschaft arbeitet schnell, um Beweise zu sichern und Haft zu beantragen. Ohne anwaltliche Unterstützung stehen Beschuldigte und ihre Angehörigen oft hilflos da. Als Ihre Strafverteidiger in Kiel raten wir dringend: Setzen Sie sich umgehend mit der Rechtsanwaltskanzlei Marquort in Verbindung, sobald eine Festnahme oder ein Ermittlungsverfahren beginnt. Philipp Marquort und Ronja Schulzke stehen Ihnen mit Expertise und Engagement zur Seite, um Ihre Freiheit wiederherzustellen.

Warum ist das so wichtig?

  • Akteneinsicht: Wir prüfen die Beweislage und entkräften unberechtigte Vorwürfe.
  • Haftprüfung: Wir kämpfen gegen unrechtmäßige Untersuchungshaft und schlagen mildere Mittel vor (z. B. Kaution).
  • Verteidigungsstrategie: Wir legen frühzeitig die Grundlage für eine erfolgreiche Verteidigung, etwa durch Zeugen oder Gutachten.

Rat an Verhaftete und Angehörige

Wenn Sie oder ein Angehöriger mit Vorwürfen wie Mord, Totschlag oder Körperverletzung konfrontiert sind, zögern Sie nicht. Kontaktieren Sie die Rechtsanwaltskanzlei Marquort in Kiel sofort – ob Tag oder Nacht. Geben Sie uns alle Details (Tatvorwurf, Festnahmezeitpunkt, Haftgrund), damit wir umgehend tätig werden können. Angehörige sind oft die Ersten, die von einer Festnahme erfahren, und können den entscheidenden Schritt machen, uns einzuschalten.

Philipp Marquort und Ronja Schulzke setzen sich mit ganzer Kraft für Ihre Rechte ein. Unser Ziel ist es, die Freiheit unserer Mandanten zu sichern – sei es durch Haftaufhebung, Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft oder eine starke Verteidigung vor Gericht.

Fazit

Mord, Totschlag, Körperverletzung und sonstige Delikte gegen die körperliche Unversehrtheit unterscheiden sich in ihren Voraussetzungen, Strafen und Konsequenzen. Doch eines haben sie gemeinsam: Sie erfordern eine schnelle und kompetente Verteidigung. Die Rechtsanwaltskanzlei Marquort in Kiel steht Ihnen mit Philipp Marquort und Ronja Schulzke zur Seite, um Ihre Freiheit und Ihre Zukunft zu schützen. Warten Sie nicht – rufen Sie uns an und lassen Sie uns gemeinsam für Ihre Freiheit kämpfen.

 

 

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